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Die Jordaan: Hofgärten, Braune Cafés und Galerien

22. Juni 2026

Die Jordaan ist wohl das beliebteste Viertel Amsterdams. Schmale Grachten, Blumenkästen an den Fensterbrettern, knarrende Holzbrücken und eine Atmosphäre, die sich gleichzeitig authentisch und lebendig anfühlt. Wer eine B&B in Amsterdam buchen möchte, sollte die Jordaan ganz oben auf die Liste setzen.

Was macht die Jordaan so besonders?

Die Jordaan entstand im siebzehnten Jahrhundert als Arbeiterviertel, direkt außerhalb des Grachtengürtels. Handwerker, Arbeiter und Einwanderer lebten hier auf engem Raum zusammen. Diese Geschichte ist noch immer spürbar in der Maßstäblichkeit der Straßen und dem Mix aus kleinen Läden, Ateliers und Wohnhäusern. Das Viertel grenzt an die Innenstadt von Amsterdam, fühlt sich aber völlig anders an: ruhiger, menschlicher und mit deutlich weniger Touristenverkehr auf den Hauptrouten.

Was die Jordaan einzigartig macht, ist die Verbindung aus gut erhaltener Architektur und einem aktiven Kulturleben. Es gibt keine großen Museen oder Hauptattraktionen, sondern eine Vielschichtigkeit, die sich langsam entfaltet. Jede Gasse, jeder Hofgarten und jedes braune Café hat seine eigene Geschichte.

Die Hofgärten: stille Oasen mitten in der Stadt

Die Jordaan beherbergt eine Handvoll historischer Hofgärten, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Begijnhof liegt etwas weiter Richtung Innenstadt Amsterdam, aber die Hofgärten in der Jordaan selbst, wie das Karthuizerhof und das Claes Claeszhofje, sind weniger bekannt und deshalb ruhiger. Man betritt sie durch ein schmales Tor und befindet sich plötzlich in einer Welt ohne Verkehr, mit Blumenkästen, Gras und den sanften Geräuschen der Stadt im Hintergrund.

Ein Besuch erfordert Stille und Respekt: Die Hofgärten sind teilweise noch bewohnt oder werden von Stiftungen verwaltet. Früh morgens ist die beste Zeit für die schönste Atmosphäre und die wenigsten Besucher.

Braune Cafés: das Herzstück des Viertels

Braune Cafés sind die traditionellen Amsterdamer Kneipen, benannt nach dem braunen Farbton von Wänden und Decken, der sich über Jahrzehnte durch Tabakrauch und Holzfeuer aufgebaut hat. In der Jordaan finden sich einige der ältesten und beliebtesten Exemplare Amsterdams. Das Café 't Smalle an der Egelantiersgracht stammt aus dem Jahr 1786 und verfügt über eine Terrasse direkt am Wasser. Das Café Nol an der Westerstraat ist bekannt für seine herzliche Atmosphäre und den Geist des echten Amsterdamer Arbeiterviertels.

In einem braunen Café bestellt man ein Bier oder einen Jenever, setzt sich hin und lässt die Zeit vergehen. Kein Stress, keine Wartezeiten für einen Tisch, kein Dresscode. Es sind Orte, an denen man mit Einheimischen ins Gespräch kommt oder einfach die Intimität des Raumes genießt.

Galerien und Ateliers: Kunst in Gehweite

Die Jordaan hat eine lange Tradition als Künstlerviertel. Noch immer findet man dort Dutzende kleiner Galerien, verteilt über die Straßen und Gassen. Die Elandsgracht und die Hazenstraat sind bekannte Galeriestraßen, in denen man zeitgenössische Kunst kostenlos betrachten kann. Die meisten Galerien arbeiten mit wechselnden Ausstellungen, sodass kein Besuch dem anderen gleicht.

Neben Galerien gibt es auch Ateliers von aktiven Künstlern, die manchmal durch die Schaufenster sichtbar sind. Bei Veranstaltungen wie den Open Ateliers Amsterdam öffnen Künstler ihre Türen für die Öffentlichkeit. Frag in deiner B&B nach den Terminen solcher Veranstaltungen.

Einkaufen und Märkte

Die Jordaan hat eine eigene Einkaufsszene, die sich deutlich vom Trubel der Kalverstraat in der Innenstadt Amsterdams unterscheidet. Man findet dort Boutiquen mit Vintage-Kleidung, Spezialgeschäfte für Käse, Kaffee oder Kakao sowie Antiquitätenhändler, die ihre Waren auf der Straße ausstellen. Der Noordermarkt ist jeden Samstag der Mittelpunkt des Viertels, mit einem Bio-Bauernmarkt und einem Flohmarkt. Montags kehrt der Flohmarkt in kleinerem Rahmen zurück.

Übernachten in und rund um die Jordaan

Eine B&B in Amsterdam in oder in der Nähe der Jordaan zu buchen bedeutet, in einem Viertel aufzuwachen, das alles, was die Jordaan zu bieten hat, in Gehweite hält. Viele B&Bs in diesem Teil Amsterdams befinden sich in Grachtenhäusern mit authentischen Details wie hohen Decken, Holzböden und originalen Fassadensteinen. Nach dem Frühstück tritt man vor die Tür und ist sofort Teil des täglichen Rhythmus des Viertels, weit entfernt vom großen Touristenansturm.

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Häufige Fragen

Wie komme ich vom Zentrum Amsterdams in die Jordaan?

Die Jordaan ist zu Fuß vom Zentrum Amsterdams und vom Hauptbahnhof erreichbar. Aus der Innenstadt gelangt man über die Raadhuisstraat oder die Brouwersgracht in die Jordaan. Keine Straßenbahn oder U-Bahn fährt direkt durch die Jordaan, aber die umliegenden Straßen werden gut von der Tram 13 und Tram 17 entlang der Marnixstraat bedient.

Wann sind die Hofgärten in der Jordaan für Besucher geöffnet?

Die meisten Hofgärten in der Jordaan sind tagsüber zugänglich, in der Regel zwischen 10:00 und 17:00 Uhr, aber die genauen Zeiten können je nach Hofgarten und Jahreszeit variieren. An Sonn- und Feiertagen sind einige Hofgärten geschlossen oder nur eingeschränkt zugänglich. Überprüfe immer vor Ort oder bei der verwaltenden Stiftung, ob ein Besuch möglich ist.

Ist die Jordaan für einen Aufenthalt mit Kindern geeignet?

Die Jordaan ist mit Kindern gut zu erkunden. Das Viertel hat wenig starken Autoverkehr, es gibt kleine Spielplätze entlang der Grachten und der Noordermarkt bietet samstags viel zu sehen und zu erleben. Das Anne-Frank-Haus am Rand der Jordaan ist für Kinder ab etwa zehn Jahren geeignet. Achte auf schmale Bürgersteige und Brücken ohne Geländer: Ein Kinderwagen kann an manchen Stellen schwierig sein.