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Der Grachtengürtel: Geschichte und Spazierroute

15. Juni 2026

Der Grachtengürtel von Amsterdam ist das Herzstück der Stadt. Wer ein B&B in Amsterdam bucht und nur eine Sache unternehmen möchte, sollte entlang der drei großen Grachten spazieren: der Herengracht, der Keizersgracht und der Prinsengracht. Dieser Artikel erklärt, wie der Gürtel entstanden ist, was Sie unterwegs sehen und wie Sie die Route am besten planen.

Eine Stadt auf dem Wasser: die Entstehungsgeschichte

Im siebzehnten Jahrhundert wuchs Amsterdam rasant zu einer Welthandelsmacht heran. Die Stadt brauchte mehr Platz und beschloss 1613 eine großangelegte Stadterweiterung. Stadtarchitekt Hendrick Staets entwarf drei konzentrische Halbringe um die mittelalterliche Altstadt. Tausende Holzpfähle wurden in den Moorboden gerammt, Land wurde aufgeschüttet und die Grachten wurden gegraben, um als Transportweg und Entwässerung zu dienen.

Das Ergebnis war eine geplante Stadtanlage, die in Europa ihresgleichen suchte. Im Jahr 2010 erklärte die UNESCO den Grachtengürtel zum Weltkulturerbe und würdigte damit seinen außergewöhnlichen historischen und architektonischen Wert.

Die drei Hauptgrachten und ihr Charakter

Die Herengracht war die vornehmste Gracht, bestimmt für die reichsten Kaufleute und Regenten. Das zeigt sich noch heute an den breiten Grundstücken und den stattlichen Grachtenhäusern mit ihren Glocken-, Hals- und Treppengiebeln. Das Stück zwischen der Leidsestraat und der Vijzelstraat ist als die Goldene Biegung bekannt, wo die Häuser am größten und die Fassaden am prächtigsten sind.

Die Keizersgracht ist die längste der drei Grachten und hat einen etwas ruhigeren Charakter. Neben Wohnhäusern finden sich hier Museen und Galerien. Die Prinsengracht, der äußere Ring, war historisch mehr auf Handel und Handwerk ausgerichtet. An der Prinsengracht steht das Anne-Frank-Haus, eine der meistbesuchten Stätten der Stadt.

Praktische Spazierroute entlang des Gürtels

Ein guter Ausgangspunkt ist der Hauptbahnhof Amsterdam Centraal. Gehen Sie über die Prins Hendrikkade zur Brouwersgracht, einer der malerischsten Querstraßen der Stadt. Folgen Sie dann der Prinsengracht Richtung Süden bis zur Westerkerk, deren 85 Meter hoher Turm ein Wahrzeichen im Stadtpanorama ist. Wechseln Sie zur Keizersgracht und gehen Sie weiter bis zur Leidsegracht. Beenden Sie die Route an der Herengracht bei der Goldenen Biegung.

Die Gesamtstrecke beträgt etwa vier Kilometer und lässt sich in eineinhalb bis zwei Stunden gut bewältigen, ohne Pausen gerechnet. Tragen Sie bequeme Schuhe, denn das Kopfsteinpflaster ist zwar malerisch, aber uneben. Früh morgens und abends ist das Licht am schönsten und der Andrang am geringsten.

Was Sie unterwegs nicht verpassen sollten

Neben den Fassaden gibt es entlang der Route viele Details zu entdecken. Achten Sie auf die Giebel steine über den Haustüren, die über den früheren Beruf der Bewohner erzählen. Im Haus Nummer 672 an der Herengracht befindet sich das Kattenkabinet, ein kleines Museum über die Katze in der Kunst. Die schmalen Brücken über die Quergrachten sind äußerst fotogen, besonders die Reguliersgracht mit ihren berühmten sieben sichtbaren Brücken.

Übernachten im Herzen des Grachtengürtels

Ein B&B in Amsterdam in der Nähe des Grachtengürtels ermöglicht es Ihnen, die Grachten früh morgens und spät abends zu genießen, wenn die Tagestouristen noch nicht oder nicht mehr da sind. Viele B&Bs in diesem Stadtbereich sind in authentischen Grachtenhäusern untergebracht, sodass Sie die Atmosphäre des siebzehnten Jahrhunderts unmittelbar erleben. Buchen Sie frühzeitig, denn Zimmer in diesem beliebten Gebiet sind schnell ausgebucht, besonders im Früh- und Herbst.

Tipps für einen gelungenen Spaziergang

Nehmen Sie einen detaillierten Stadtplan mit oder laden Sie eine Offline-Karte herunter, da viele Straßen im Gürtel ähnlich aussehen. Besuchen Sie das Gebiet auch bei Regen: Die Grachten spiegeln dann die Fassaden und die Beleuchtung auf eine Weise wider, die Fotografen begeistert. Denken Sie schließlich daran: Der Grachtengürtel ist kein Museum. Hier leben Menschen, fahren Fahrrad und gehen ihrem Alltag nach. Nehmen Sie Rücksicht und genießen Sie die Stadt so, wie sie wirklich ist.

Hier übernachten Sie

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Spaziergang durch den Grachtengürtel?

Ein einfacher Spaziergang entlang der drei Hauptgrachten vom Hauptbahnhof bis zur Goldenen Biegung beträgt etwa vier Kilometer. Ohne Pausen benötigen Sie eineinhalb bis zwei Stunden. Planen Sie drei bis vier Stunden ein, wenn Sie auch Museen besuchen oder häufig für die Architektur anhalten.

Wann wurde der Grachtengürtel UNESCO-Weltkulturerbe?

Der Grachtengürtel Amsterdams wurde 2010 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Anerkennung gilt für das historische Stadtgebiet, das im siebzehnten Jahrhundert angelegt wurde, einschließlich der drei Hauptgrachten, der Querstraßen und der historischen Bebauung.

Was ist die Goldene Biegung und wo finde ich sie?

Die Goldene Biegung ist ein Abschnitt der Herengracht zwischen der Leidsestraat und der Vijzelstraat im Zentrum Amsterdams. Im siebzehnten Jahrhundert galt dieser Abschnitt als die exklusivste Wohnadresse der Stadt. Die Häuser hier wurden auf doppelten Grundstücken errichtet, was sie breiter macht als die meisten anderen Grachtenhäuser. Viele Gebäude haben eine Breite von acht Metern oder mehr.